Das Projekt „Verlängerung U4“

Geplante Verlängerung U4: Eine neue Verbindung zwischen Bockenheim und Ginnheim

Die Stadtbahnlinie U4 soll verlängert werden. Das hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Eine Verlängerung der U4 von Bockenheim nach Ginnheim entlastet das U-Bahn-Netz in Frankfurt, macht es flexibler nutzbar und für mehr Fahrgäste attraktiv.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) und die SBEV – Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt GmbH wurden von den Stadtverordneten beauftragt, gemeinsam mit Expert:innen herauszufinden, wie und wo eine Verlängerung der U4 möglich ist. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden im September 2024 vorgestellt.

Im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung am 27. Februar 2025 entschieden die Stadtverordneten, dass die Variante 3i – jene, die über den Uni-Campus Westend führt – für die Verlängerung der U4 von der Bockenheimer Warte nach Ginnheim weiter beplant werden soll. Grundlage für diese Entscheidung ist die Machbarkeitsstudie des Projekts, in der unabhängige Expert:innen drei Varianten von ursprünglich 16 untersucht und eine eindeutige Vorzugsvariante ermittelt hatten.

Sie möchten sich direkt über den aktuellen Projektstand informieren? Den finden Sie in diesem Abschnitt.

Ein Projekt mit Geschichte

Die Frankfurter U-Bahn hat – seit Eröffnung des ersten Abschnitts im Oktober 1968 – drei Grundstrecken: „A“ (mit den Linien U1, U2, U3 und U8), „B“ (U4 und U5) sowie „C“ (U6 und U7). Mit der Inbetriebnahme des Abschnitts Hauptbahnhof – Bockenheimer Warte (der „D I“-Abschnitt) im Februar 2001 wurde der erste von vier Teilabschnitten einer neuen „D“-Strecke dem Betrieb übergeben. Ein weiterer Teil, der „Riedbergspange“ genannte „D IV“-Abschnitt (zwischen dem Abzweig hinter der Station „Niederursel“ und dem Anschluss an die Bestandsstrecke der U2), folgte als oberirdischer Neubau im Dezember 2010. Auch der Abschnitt „D III“ von Ginnheim über die Nordwestspange zum Gleisdreieck Heddernheimer Landstraße ist bereits gebaut. Die Grafik zeigt eine Übersicht der Abschnitte (zum Download als PDF bitte einfach auf die Grafik klicken).

Die Stadt Frankfurt will mit dem DII-Abschnitt eine wichtige Verbindung im U-Bahn-Netz schaffen – und zwar zwischen den U-Bahn-Stationen „Bockenheimer Warte“ (U4) und „Ginnheim“ (U9), die zum jetzigen Zeitpunkt jeweils Endstationen sind. Ein Vorhaben mit Vorgeschichte: Mit dem Bau des wichtigen Verbindungsstücks sollte 2006 begonnen werden. Die Strecke wäre nach den ursprünglichen Plänen mit einem Zwischenhalt in der Franz-Rücker-Allee und einer Verlegung der Station „Ginnheim“ unter die Ginnheimer Landstraße unterirdisch verlaufen (heute die sogenannte Variante 0). Nach den Kommunalwahlen 2006 wurde die Trassenführung der sogenannten Variante 0 nicht mehr weiterverfolgt.

Im Jahr 2010 beschloss die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung eine neue Untersuchung möglicher Trassenvarianten, da die Verlängerung der U4 im Frankfurter U-Bahnnetz in jeder Hinsicht als vorteilhaft angesehen wird: Zum einen, weil weitere Wohngebiete im Frankfurter Nordwesten sowie – je nach Variante – mittelbar oder unmittelbar der Westend-Campus der Frankfurter Goethe-Universität an das leistungsstarke U-Bahn-Netz angeschlossen und so neue Fahrgäste gewonnen werden können. Zum anderen, weil das U-Bahn-Netz flexibler nutzbar wäre – und das nicht zuletzt im Fall von Störungen auf der A-Strecke, also auf den Linien U1, U2, U3 und U8, Vorteile hat.  

2015 folgte deshalb der Beschluss des Stadtparlaments, die Verlängerung U4 grundsätzlich zu realisieren, wobei keine Festlegung auf eine bestimmte Trassenführung erfolgte, 2017 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, den Magistrat zu beauftragen, das Projekt Verlängerung U4 vertiefend zu prüfen.

2020 wurden die Varianten mit Blick auf verkehrliche und wirtschaftliche Faktoren voruntersucht; das Ergebnis wurde im Februar 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt. Finale Details sind der Untersuchung (PDF) nicht zu entnehmen. 

Ursprünglich befanden sich 16 Untervarianten (PDF) aus vier Variantengruppen in der Untersuchung:  

    Variante 1: von der Bockenheimer Warte direkt über den Europaturm nach Ginnheim mit Untervarianten 

    Variante 2: von der Bockenheimer Warte über Uni-Campus und Geldmuseum nach Ginnheim mit Untervarianten 

    Variante 3: von der Bockenheimer Warte über Uni-Campus und Europaturm nach Ginnheim mit Untervarianten 

    Variante 4: von der Bockenheimer Warte über Uni-Campus und Europaturm südlich des Grüneburgparks nach Ginnheim 

Im Juli 2022 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass die Varianten 2 und 4 nicht mehr im Fokus der weiteren Betrachtungen stehen.

Im November 2022 berichtete der Magistrat über den aktuellen Stand des Projekts und die Varianten 1a, 1d und 3i, die tiefergehend gleichwertig und ergebnisoffen untersucht werden.

Machbarkeitsstudie „Verlängerung U4“

Auf Grundlage eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom Juli 2022 hat die VGF im August 2023 die SBEV mit dem Projekt „Verlängerung U4“ und der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. 

Die SBEV hat in Zusammenarbeit mit der VGF, den relevanten Ämtern der Stadt Frankfurt am Main sowie mit Unterstützung von Fachbüros und Sachverständigen die drei Varianten 1a, 1d und 3i ergebnisoffen untersucht. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden die drei Varianten für den Verlauf einer möglichen Verlängerung der U4 von Bockenheim nach Ginnheim auf Basis technischer Betrachtungen und verschiedener Gutachten ergebnisoffen geprüft. Dabei wurden neben den Erschließungswirkungen und den verkehrlichen Auswirkungen auch städtebauliche Aspekte und Entwicklungspotenziale näher betrachtet. Darüber hinaus wurden die Kriterien der Nachhaltigkeit und des CO2-Footprints untersucht sowie mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser und die Vegetation ermittelt, außerdem wird der Baugrund untersucht.

 Aufbauend auf allen Fachbeiträgen wurden die Ergebnisse mithilfe einer Nachhaltigkeitsbetrachtung unter den Aspekten der „Ökologie“, „Ökonomie“, „Soziokultur“, „Städtebau und Standort“ und „Prozesse“ miteinander verglichen und bewertet. Dabei haben die Expert:innen eine klare Vorzugsvariante ermittelt: Bei Betrachtung aller Kriterien schneidet die Variante 3i am besten ab. Sie schließt den Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main direkt ans Stadtbahn-Netz an. Die endgültige Entscheidung, welche Variante weiter beplant werden soll, fällt die Stadtverordnetenversammlung.

Der Erläuterungsbericht zur Machbarkeitsstudie sowie Einzelgutachten und Fachbeiträge stehen als Download in der Mediathek zur Verfügung.

Themenmarkt vom 26.09.2024 zur Vorstellung der Machbarkeitsstudie - Infotafeln „Verlängerung U4“

Infotafeln zur Machbarkeitsstudie "Verlängerung U4"

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Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Verlängerung der U4 (Februar 2025)

Im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung am 27. Februar 2025 entschieden die Stadtverordneten, dass die Variante 3i – jene, die über den Uni-Campus Westend führt – für die Verlängerung der U4 von der Bockenheimer Warte nach Ginnheim weiter beplant werden soll. Grundlage für diese Entscheidung ist die Machbarkeitsstudie des Projekts.

Wie geht es weiter? Mit dem Beschluss durch die Stadtverordneten kann das Projekt-Team der SEBV – Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt nun in die tiefere Planung einsteigen und die Vorplanung aufnehmen. Weitere Informationen finden Sie in diesem Beitrag: Die Vorplanung läuft - was passiert im Projekt "Verlängerung U4"?.

Magistratsbericht zum Projektsachstand (Juni 2026) - aktueller Stand

Wo steht die Planung gerade?

Im Februar 2025 hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die SBEV mit der Vorplanung für die Verlängerung der U4 zu beauftragen – konkret für die Variante 3i, die über den Campus Westend führt. Seitdem betrachtet das Planungsteam besonders den nördlichen Abschnitt zwischen dem Europaturm (früher: Bundesbank) und Ginnheim Mitte.

Dafür wurden zunächst sechs mögliche Varianten für eine Trassenführung entwickelt und bewertet. Drei Varianten davon kommen in die engere Auswahl und werden in einem Magistratsbericht für die vertiefende Betrachtung im Rahmen der Vorplanung vorgeschlagen. Sobald die Stadtverordnetenversammlung den aktuellen Sachstandsbericht zur Kenntnis genommen hat, geht es mit diesen drei Varianten weiter.

Zur Einordnung: Der südliche Abschnitt von der Bockenheimer Warte bis zum Europaturm wurde im Rahmen der Machbarkeitsstudie (PDF) bereits ausführlich untersucht und ist nicht Teil des aktuellen Berichts.

Was wurde bei der Entwicklung der Varianten alles berücksichtigt?

Nicht jede Idee lässt sich genauso umsetzen, wie man es sich vorstellt. Die Planer:innen müssen bei der Verlängerung der U4 viele Faktoren gleichzeitig im Blick behalten:

 

Was war bei der Planung zu beachten?

  • Die Rosa-Luxemburg-Straße (Hochstraße) verläuft direkt im Planungsgebiet. Die Stadtbahn muss sinnvoll damit umgehen.

  • Die Wilhelm-Epstein-Straße muss gekreuzt werden. Die Frage ist: unter der Erde, ebenerdig oder auf einer Brücke?

  • Baurecht, Bauablauf und Bauzeit müssen realistisch bleiben.

 

Was muss die Variante leisten, um weiter in Betracht zu kommen?

  • Der Verkehr auf der Hochstraße soll während der Bauzeit – die mehrere Jahre dauern wird – weiter fließen.

  • Die neue Stadtbahnstrecke soll später möglichst reibungslos betrieben werden können.

  • Sowohl Durchgangsverkehr als auch Quell- und Zielverkehr (dieser Begriff bezieht sich auf die Menschen, die im Projektgebiet leben und/oder arbeiten und mit dem Auto unterwegs sind) müssen im Endzustand gut funktionieren.

 

Was wird darüber hinaus berücksichtigt?

  • Auswirkungen auf den Stadtraum und mögliche städtebauliche Entwicklungspotenziale im Umfeld sollen berücksichtigt werden.

  • Eingriffe in Grünflächen sollen so gering wie möglich gehalten werden.

 

Wozu sind aktuell schon belastbare Aussagen möglich – und wozu nicht?

Die Vorplanung (Leistungsphase 2 nach HOAI) ist bewusst als Trichter angelegt. Zunächst werden viele Ideen entwickelt und grob bewertet. Anschließend wird der Fokus auf die vielversprechendsten Varianten gelegt, um am Ende eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

 

Das können wir heute schon sagen:

  • Welche grobe Streckenführung die Varianten haben

  • Ob die Stadtbahn in der jeweiligen Variante unter der Erde, ebenerdig oder in Höhenlage fährt

  • Dass das Projekt grundsätzlich machbar ist

  • Ob der Verkehr während der mehrjährigen Bauzeit aufrechterhalten werden kann

  • Warum drei Varianten für die weitere Vorplanung empfohlen werden – und drei andere Varianten nicht weiterverfolgt werden sollten

 

Das ist noch offen – Antworten folgen am Ende der Vorplanung:

  • Genaue Streckenführung und Lage der Haltestellen

  • Wie viele Haltestellen es geben wird

  • Kosten und Zeitplan

  • Auswirkungen auf Stadtbild, Umwelt und Wohnumfeld

  • Zustand der Hochstraße, Grundwasser (Hydrogeologie) und Untergrund (Geologie und Geotechnik)

  • Alle konkreten Auswirkungen auf den Verkehr im Endzustand

Was passiert als nächstes in der weiteren Vorplanung?

Im weiteren Verlauf der Vorplanung werden die verbleibenden Varianten intensiv untersucht. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um das große Ganze:

  • Stadtbahn: Die tatsächliche Streckenführung, die genauen Stationslagen sowie die Anzahl der Stationen werden untersucht

  • Stadtbahn und Rosa-Luxemburg-Straße: In die Vorplanung der U4-Verlängerung fließt das Ergebnis der laufenden bautechnischen Untersuchung der Rosa-Luxemburg-Straße ein.

  • Untergrund und Technik: Hydrogeologische Untersuchungen und Baugrunderkundungen klären, wie der Untergrund aussieht.

  • Verkehr: Eine Verkehrsuntersuchung zeigt, wie sich die möglichen Varianten verkehrlich auf den Stadtteil Ginnheim wie auch für Frankfurt auswirken.

  • Stadtentwicklung: Eine städtebauliche Begleitplanung prüft, welche Chancen und Potenziale das Projekt für das Quartier wie auch Frankfurt bietet.

  • Umwelt: Ökologische Potenziale und Auswirkungen werden untersucht.

  • Kosten und Zeitplan: Am Ende der Vorplanung gibt es eine erste qualifizierte Kostenschätzung und einen Terminausblick.

  • Nachhaltigkeit: Wie bereits in der Projektphase „Machbarkeitsstudie“ werden die verbliebenen Varianten mit einer Nachhaltigkeitsbewertung (PDF) in den folgenden Kategorien konkret betrachtet, bewertet und miteinander verglichen: „Ökologie“ „Ökonomie“, „Soziokultur“, „Städtebau & Standort“ und „Prozesse“.

Das Ergebnis der Vorplanung wird dann wieder als Beschlussvorlage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Die Bürger:innen werden weiter informiert.

Warum ist dieses Projekt so wichtig für Frankfurt?

Die Verlängerung der U4 ist weit mehr als ein neues Streckenstück. Sie bringt konkrete Vorteile für alle Frankfurter:innen:

  • Entlastung: Die stark belastete A-Strecke (U1/U2/U3/U8) wird spürbar entlastet.

  • Mehr Flexibilität: Eine zweite Nord-Süd-Verbindung macht das gesamte Netz widerstandsfähiger – auch bei Störungen.

  • Kapazität: Mit der neuen Strecke wird das Stadtbahnnetz insgesamt leistungsfähiger.

  • Bessere Verbindungen: Die neue Strecke bindet viele Stadteile direkt an den Hauptbahnhof an, schafft eine leistungsstarke Campus-Anbindung und bietet eine Verknüpfung mit der Ringstraßenbahn.

  • Mobilitätswende: Der ÖPNV in Frankfurt am Main wird noch attraktiver – und die für den Klimaschutz so wichtige Mobilitätswende nimmt deutlicher Gestalt an.

Wo finde ich den aktuellen Bericht?

Der Magistratsbericht „Stadtbahnstrecke D, Teilabschnitt II, Verlängerung U4 – Bockenheimer Warte nach Ginnheim. Hier: Sachstandsbericht zum Abschnitt ‚Europaturm (ehemals Bundesbank) bis Ginnheim Mitte‘ und Fokussierung auf drei Varianten“ ist im Parlamentsinformationssystem (Parlis) der Stadt Frankfurt am Main öffentlich verfügbar und kann dort auch runtergeladen werden.

Kontakt zum Projekt-Team

Wir freuen uns über Ihr Feedback und stehen Ihnen für den Austausch zum Projekt zur Verfügung. Dafür erreichen Sie uns in der Regel von montags bis freitags in der Zeit von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr unter 0151 641 52 907 – falls Sie uns nicht erreichen: Hinterlassen Sie uns gerne eine Nachricht, wir rufen Sie zurück! Und über die E-Mail-Adresse verlaengerungu4(at)sbev-frankfurt.de können Sie uns jederzeit Ihre Fragen und Anregungen schicken – wir freuen uns auf Ihre Nachricht! 

Pressevertreter:innen bitten wir, sich an verlaengerungu4(at)sbev-frankfurt.de oder 069 213 29850 zu wenden.